Freitag, 4. Mai 2007

Sushi und Karaoke

Joa der wird ein bisschen ausfuehrlicher. Gestern waren wir mit Hiroo und Taisuke unterwegs, zwei Studenten die Sarah bei sich auf Station kennengelernt hat, und die sie schlussendlich genoetigt hat uns endlich mal zum Karaoke mitzunehmen.
Getroffen haben wir uns schon vormittags um 11 damit wir vorher noch en bissel in der Stadt rumfallen und vor allem Sushi essen gehen koennen. Gleich vorneweg, das hatte wenig mit einer normalen Sushibar oder einem Runningsushi zu tun, das war schon eher die hohe japanische Sushischule :O

So sind wir also in Ginza, der Edelshoppingmeile von Tokio in ein Spielzeuggeschaeft gefallen und 2 Aufzuege spaeter im 6ten Stock im Sushirestaurant angekommen. Ein kurzer, aber wortreicher Dialog mit dem Mann mit dem Messer und los gings. Wir haben einen kurzen Rundumschlag durch das Beste was man auf Reis legen kann bekommen. Den fettesten Thunfisch (delikat!), irgendwelche Muscheln, Fischeier in grosser und kleiner Ausfuehrung (siehe Bild unten), diverse kleinere Fische mit exotischen Namen die mir nich mehr einfallen und so weiter und so weiter... Zum Abschluss die Kroenung, ein Natto-Maki fuer Sarah und eines fuer mich.

Natto

Zur Herstellung werden Sojabohnen ungeschält zuerst in Wasser eingeweicht und dann gekocht. Anschließend wird die Masse mit dem Bakterium Bacillus natto:


beimpft und etwa drei bis fünf Stunden bei 42 Grad bedampft. Die Bohnen schrumpfen dabei deutlich und sondern einen zähen Schleim ab. (wie klingt eklig, klar is das eklig :)) Es hat einen überaus prägnanten Geschmack und Geruch, vergleichbar mit stark aromatischem Schimmelkaese. Vor dem Essen wird Natto erst einmal umgerührt, damit das ganze noch zäher wird und so leichter mit Stäbchen handzuhaben ist. Nicht alle Japaner mögen Natto, doch für manchen Japaner gehört es zum täglichen Frühstück dazu.
Fuer alle unsere medizinisch, biologisch, chemisch oder wie auch immer versierten Freunde, wir wissen inzwischen auch das die Nattokinase! (Enzym das von B. natto produziert wird *kopfschuettel*)unser bester Freund ist und gegen alles hilft...

Das sich der Koch und unsere zwei Begleiter schon vorher drueber totgelacht haben das wir das wirklich probieren wollen hat die Sache nicht gerade leichter gemacht, aber wir stehen noch...

Nach einem kurzen Stadtbummel dann aber zum Hoehepunkt des gestrigen Tages, wir waren endlich Karaoke singen. Kurzum es is genau! so wie man sich das vorstellt, ein superkleiner Raum in dem der Fernseher und die Soundmaschine steht, man bekommt was zu trinken und los gehts :) Es gib relativ viele englische Songs, noch viiiieeeeel mehr japanische und unsere Begleiter haben sich als durchaus passable Saenger herausgestellt. Ob man das von Sarah und mir behaupten kann sei dem geneigten Betrachter der Videomitschnitte ueberlassen, die wir leider erst in Deutschland herzeigen koennen... Eins ist aber sicher, wir haben nach anfaenglichem Zoegern alles gegeben :P

Kleine Songauswahl:

Sarah - Simon and Garfunkel - The Boxer, Alanis Morisette - Ironic

Joerg - Bob Marley - No woman no cry, Bon Jovi - It's my life

weiss nimmer alles, aber es war auf jeden Fall eine Mordsgaudi, und es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal das es uns in so ne Box verschlagen hat...

Beweisfotos fuer den ganzen Tag anbei und

O tsukare sama!
j.

Kamakura

Schon wieder Wochenende, die Ferienwoche die wir hier in Japan hatten is viel zu schnell rumgegangen. Aber wenigstens haben wir wieder nen Haufen schraeges Zeug gemacht, gesehn, gegessen usw...

Mittwoch waren wir in Kamakura, ungefaehr 1 Stunde suedlich von Tokio, kleines Staedtchen mit vielen vielen buddhistischen Tempeln und diversen Zen-Schreinen. Ich mach den Post bissel kurz, dafuer gibts wieder ein paar Fotos.

Der Daibutsu, und seine Schuhe :P



Sarah und ich beim Geldwaschen auf das es sich vermehre, unglaublich aber wahr, man waescht auch Scheine, je mehr Geld desto besser :P



Zweiter Post kommt....

Montag, 30. April 2007

Random Pics of the Week

Die muessen noch.

Sarah hat Socken geschenkt bekommen :)

Ich kann endlich im Winter Flip-Flops anziehen...

Und tschuldigung Mum, aber meine Klamotten sind einfach nie im Leben tokiotauglich...


Und wech.

J.

Lost in Translation...

Und ein zweiter Post wie versprochen...

Sonntag und Montag hats mich an beiden Tagen nach Shibuya/Harajuku verschlagen, Sonntag mit Sarah und nem Freund von ihr aus England, und am Montag mit zwei von den Maedels vom Abendessen.

Shibuya und Harajuku kann man nicht beschreiben, man kanns auch nicht auf Fotos herzeigen, filmen wuerde ma so richtig gar keinen Sinn machen, das muss man sich einfach irgendwann ma angucken sonst glaubt mans eh nich. Rund um die beiden Bahnhoefe treiben sich am Sonntag und an Feiertagen (Montag war hier einer) Tausende, awa Zehntausende Menschen rum und gehen einkaufen, posen bisschen auf der Strasse und lassen sichs gutgehen. Unglaublich viele Menschen, vor allem junge Leute die mit allen, allen, allen!!! Mitteln versuchen das rauszulassen was sie unter der Woche nich rauslassen koennen... Was dort auf der Strasse rumlaeuft kann man in Deutschland nichtmal kaufen, geschweige denn haette irgendeiner den Mut sich sowas anzuziehen, und noch viiieeel weniger auf die Strasse... Ich kanns nicht beschreiben, versuchs auch nich weiter, 2 Fotos und gut is.


Ahjo und was dem ganzen die Krone aufsetzt is wenn man sich das mit zwei Japanerinnen reinzieht die zusammen ungefaehr 10-20 Woerter Englisch sprechen, einem jap. Woerterbuch und maximal viel Pantomime. Meet Kannae (left) and Mayumi (right).


P.S.: Wer Lost in Translation gesehn hat...

hat keinen blassen Schimmer...


Mata :)

J.

Kampai!

Ein verregneter Dienstag Morgen, der Kopf tut nicht so schlimm weh wie gedacht, da kann man doch ma wieder ein oder zwei Updates loswerden.

Um das ganze in der richtigen Reihenfolge hinzubekommen mach ich ma zwei Posts draus, hoff das ueberfordert euch nich mit euren sonnenverbrutzelten Gehirnen :P

Am Freitag letzte Woche waren wir also von den Aerzten der Endoskopieabteilung zum Essen eingeladen, zum Sushiessen wie sie das genannt haben... Fing alles recht gemuetlich an, ein kleiner Teller mit etwas Sashimi drauf, ein paar gruene Bohnen dazu und ein frisches Biiru, mit dabei zu diesem Zeitpunkt 2 Aerzte, Sarah und ich. Dann wurde die ganze Sache aber auch relativ schnell unuebersichtlich :)

Versuchen wirs der Reihe nach, wer meint ich uebertreibe war noch nie da :P Es kamen mit fortschreitender Zeit 3 weitere Aerzte und 4 techn. Assistentinnen, die sobald sie am Tisch sassen angefangen haben zu bestellen, kleine gebratene Tintenfischteile, frittiertes Huenchen, Reis mit Ei und Gemuese, eine Platte voll mit Sushi, eine grosse Schuessel Udon-Nudeln, frittierte Taschen mit Kartoffeln oder so drin, ein frittiertes wasauchimmer, eine grosse Schuessel voller gedaempftem? Gemuese, riesengrosse!!!! Teile vom Krebs, ein kleiner Grill den man auf den Tisch stellt, und auf dem man den mit Krebsfleisch gefuellten Krebspanzer grillt, dann mit Sake abloeschen und rausloeffeln... Ich hab keine Ahnung was ich alles vergessen habe, es war schlicht und ergreifend uferlos...


Dazu nochn paar Biirus, Sake zwischenrein, Eis hinterher usw usw.

Dazu haben wir uns weggelacht ueber die Geschichten die sie so erzaehlt haben, unsere Kommunikationsversuche, und einfach so weils halt einfach hammerlustig war :)

Beweisfotos fuer einen Abend den ich so schnell nich vergessen werde...

Gochisoo sama.

J.

Mittwoch, 25. April 2007

Sabaibaru nihongo!

Japanisch fuer Anfaenger...



Also wir haben unsere 2te Japanisch-Lesson noch nicht ganz verdaut und ich versuch ma euch ein bisschen die Sprache naeher zu bringen. Schnallt euch an :P

1. Verwende das Wort ano, verwende es oft, und wenn du denkst du hast es zu oft verwendet sags lieber nochmal. Heisst so viel wie aeh, ist aber erstens lebensnotwendig sogar fuer Japaner weil sie sich dann nochmal ueberlegen koennen was sie eigentlich sagen wollten, ausserdem gibt es Gaijins ein bisschen Bedenkzeit, und die braucht man. Dringend.
Alternativ kann man das Wort eto verwenden, hat genau so wenig Sinn, aber zur Abwechslung...


2. Es gibt mindestens 20 verschiedene Arten sich zu begruessen und sich zu verabschieden. Abhaengig von der jeweiligen Situation. Versucht erst gar nicht die richtige zu finden, ihr nehmt eh die falsche. In diesem Sinne, ohayo gozaimasu, konnichi wa, konban wa, o tsukare sama desu und shitsurei shimasu.


3. Wiederhole kurze Woerter so oft wie moeglich und so schnell wie moeglich, das man sie ja nicht ueberhoert. Also nicht hai (ja) sondern haihaihaihai, und auch nicht so (desu) (so ist das, das desu kann man weglassen) sondern sosososososososo.


4. Mit dem kurzen Satz ... onegai shimasu kann man praktisch alles machen, sich etwas zu essen bestellen, etwas reparieren lassen, sich eine Telefonnummer organisieren, oder Taxifahren.


anooo (ihr merkt was? :) kore to onaji mono onegai shimasu
anooo shuri onegai shimasu
anoooooo o denwa bango onegai shimasu
anooo go renrakusaki no o denwa bangoo onegai shimasu (heisst praktisch das gleiche aber klingt viel besser :P)
anooo jikei byoin onegai shimasu


usw usw ihr findet sicher raus was das alles heisst :P


5. Es gibt kein nein im japanischen, das wusstet ihr sicher. Was es dafuer wohl gibt ist das wunderbare kleine woertchen chotto... Bedeutet so viel wie leider, eher ein wenig schlecht, oder geht schlecht. Heisst nein, solang sie sich auch winden, aber das findet man dann schon auch so raus... :)

Zur Illustration ein kleines Foto, man sagt nicht einfach nur chotto, man macht auch folgende Geste dazu *g* und das ist kein Witz, wir glaubens selber manchmal kaum...




6. Damits nicht so einseitig ist auch ein kleines Bild von mir, die Zahl null hat gleich 3 Woerter fuer sich, zero, rei, und maru. maru heisst auch gleichzeitig Kreis, was die folgende Illustration demonstriert (ja unsere Lehrerinn hats genau so vorgemacht... :)



7. In Japan faengt man einfach an zu essen wenn man was hat, deshalb sagt man auch nicht guten appetit sondern woertlich... ich fange an zu essen - itadakimasu. Haett mir auch vorher einer sagen koennen, unsere Aerzte haben so komisch geschaut als wir sie am Tisch besuchen kamen und ich itadakimasu gesagt hab...


Und zuletzt ein kleines Japanischquiz, ihr koennt euch dann in den Kommentaren streiten was da raus kommt. Ich schreib mit japanischen Silben, manchmal muss man was weglassen oder anders aussprechen. Lest einfach wo ihr grad seid die Worte laut vor euch hin, denkt englisch, deutsch, franzoesisch oder was ihr wollt. Ihr kommt drauf :P


- koohii
- keeki
- biiru
- takushi
- intaanetto


nu bissel schwieriger

- emeeruadoresu
- suicchi
- sukyandaru
- sabaibaru (siehe Ueberschrift)
- sakkaa


Und nun viel Spass beim ueben!


O tsukare sama desu!


J.

Sonntag, 22. April 2007

Tokio Clubbing

Sooo,


ma wieder Zeit ein bissel was von mir hoeren zu lassen. Wieder ne Woche rum, die Zeit hier vergeht viel zu schnell, das merk ich jetzt schon...


Gestern haben Sarah und ich uns also ma aufgemacht das Tokioter Nachtleben unsicher zu machen. Haben ne Weile lang die Clubseiten abgesurft und uns dann fuer den Vanilla Club entschieden, so nen Riesenschuppen in Roppongi. Nach nem recht gemuetlichen Samstag, aber dazu spaeter bissel mehr sinwa dann also so um halb elf aufgebrochen und recht verwirrt in Roppongi ausm Taxi gefallen.

Das erste was einem da so auffaellt is das Roppongi ganz klar Gaijinland is. Nirgends in Tokio trifft man soviele Westler wie da. Zwischendrin immer ma wieder ein paar Japaner aber insgesamt doch sehr sehr westlich alles.


Das naechste was wir rausgefunden haben ist das der Vanilla Club vor 2 Wochen seine Pforten geschlossen hat und so sinwa halt mehr oder weniger auf bloed ma bissel da rumgelaufen und ham nach nem Platz fuer den abend gesucht. Letztendlich sind wir in 2 Laeden gewesen, dem einschlaegig bekannten Gas Panic Club (relativ schnell wieder verlassen, wir waren klar overdressed fuer den Schuppen :) und gestrandet sind wir dann im Grace, relativ neu anscheinend, relativ gemischtes Publikum, aber wieder viele viele Westler. Da sind wir dann geblieben bis um 3 oder so, war recht nett, aber wir haben ein paar Kardinalfehler gemacht die man naechstes mal besser vermeidet :)


1. Wenn du verrueckte Japaner sehen willst fahr nicht nach Roppongi sondern nach Shinjuku oder Shibuya... Davon erzaehl ich dann naechstes Wochenende :P


2. Wenn du abends lange feiern willst fang nicht um 3 nachmittags schon an zu trinken. So teuer sind die Getraenke in den Clubs gar nicht und es wird eher zaeh gegen 2-3 Uhr nachts... :)


3. Geh nicht vor 1 Uhr nachts in einen Club in Tokio, dann wirds erst richtig voll.


Aber ein paar Sachen haben wir auch richtig gemacht :)


1. Tu immer so als wuerdest du zu den geladenen Gaesten gehoeren die einen Tisch reserviert haben. Dann wirst du naemlich bedient :P


2. Zieh dir das wuesteste Outfit an das du in deinem Schrank findest. Der Japaner an sich wird nichtmal mit der Wimper zucken. Andersrum kann man locker nen Abend damit zubringen zu schauen und sich zu wundern was Japaner und Japanerinnen so alles auftragen. In Deutschland wuerden sich die Leute umdrehen und mit dem Finger auf einen zeigen wenn man so einlaeuft wie wir gestern :P


Hmmjo da kommt noch mehr von dem Nachtleben, aber fuer den Anfang hatten wir nen sehr lustigen Samstag gestern...


Zum Schluss en Foto (ja die haben wir getrunken :P)

Mata ne!

J.